Вечером (1)

Вечером (I)

Фиалок шлейфы стелятся как вены,
цветы покорно клонятся ко сну,
и колокольчик молится забвенно:
настал мой час, что ждал я как жену.

Блаженно рук раскинувши обойму,
я воплощу лугами сказку дум
и к облакам бледнеющим обоим
у врат лазурных неба ввысь уйду.

Мне голосок почудился негромкий:
«Мы ждём твоё да в белой не фате:
земное счастье ты испил до кромки,
испей же боль от заземлённых тел.

Эрнст Голль
перевод с немецкого Терджимана Кырымлы


Am Abend (I)

Violenschleier liegen auf den Wegen,
Die Blumen haben sich zum Schlaf gelehnt,
Und eine Glocke betet Abendsegen. —
Das ist die Stunde, die ich lang ersehnt.

Nun will ich selig meine Arme breiten,
Weit über die verträumten Wiesen gehn
Und zu den beiden blassen Wolken schreiten,
Die vor der blauen Himmelstüre stehn.

Mir war’s, als hört ich eine Stimme sagen:
„Wir warten deiner mit dem weißen Kleid.
Du hast der Erde ganzes Glück getragen,
So trugst du auch der Erde ganzes Leid.“

Ernst Goll

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Комментарии (3)

de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Goll

Странная смерть.................

Автор, будучи 25-летним студентом, прыгнул из окна третьего этажа.

 

Очень патриотическое стихо, на завтра:

 Prolog

So soll denn dieses neue Haus begrüßen
Mit Weihespruch und Segenswunsch mein Lied,
Wie leicht und golden unsre Worte fließen,
Wenn uns Begeisterung das Herz durchglüht.

O seht! Im Rhythmus all der Festesfreude,
Die mich umflutet reich und wunderbar,
Vor dieses Hauses einfach edlem Kleide,
Wir mir der tiefe Sinne der Weihe klar.

Und was in Rätseln meine Seele ahnte,
In fernen Bildern voll von Licht und Glanz,
Und was ich stets empfand und nie erkannte,
In dieser Stunde fühl‘ ich es erst ganz:

Deutsch sein – das heißt in Dämmerungen gehen
Und Sehnsucht tragen nach dem Himmelsblau’n,
Heißt mit den Füßen auf der Erde stehen
Und mit den Augen nach den Wolken schau’n.

Ob wir auch mit dem Geist der Zeiten hadern,
Das gibt uns immer wieder neuen Mut:
Lebendig quillt in unser aller Adern
Ein Tropfen Künstler- und Vagantenblut.

Dem frohen Drang nach sonnennahen Höhen,
Dem blauen Auge, das in Fernen schaut
Und nach den Wolken, die am Himmel gehen,
Hat man auch dieses neue Haus gebaut.

Und soll ich heute Dir Geleitwort sagen,
Des Hauses Geist, auf Deine Wanderschaft,
So sei es dies: In gut‘ und bösen Tagen
Sei immer Zeugnis dieser besten Kraft.

Sei Trost, sei Bürge, dass in schönern Zeiten
Sich Kunst und Leben wundersam vermengt
Und dass wir unaufhaltsam vorwärts schreiten
Zur Harmonie, die alle Welt umfängt.

Ernst Goll

Сам вынес себе приговор и сам исполнил — «болью заземлённых тел».

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